Die Arbeit mit den Jugendlichen

Insgesamt haben wir ja nun schon viel geschrieben, über Bosnien-Herzegowina, über Land und Leute. Jetzt ist es allerdings an der Zeit mal ein wenig über unsere Arbeit in den beiden Jugendzentren zu schreiben. Allgemein haben wir uns ganz gut eingearbeitet. Alle Mitarbeiter und Kinder kennen uns inzwischen und wissen, dass sie uns gegenüber langsam sprechen müssen. Die Kleinen weisen sich sogar immer gegenseitig darauf hin, dass ich nichts verstehe „Ona ne razumijem nista.“
Bei der Arbeit mit den Jugendlichen ist es schön zu erleben, dass man mit viel Flexibilität und wenig professionellem Wissen viel Begeisterung erzeugen kann. Zuhause habe ich oft das Gefühl, man kann nur eine Gruppe leiten, wenn man absoluter Profi ist. Hier machen alle begeistert mit, obwohl ich weder die Sprache kann, noch von dem eigentlichen Thema besonders viel verstehe. Schwieriger ist allerdings, dass sie sich dafür nicht lange auf dasselbe konzentrieren können. Wir machen inzwischen Karate-, Tanz-, Englisch-, Deutsch- und Spanischkurse. Mit einigen Jugendlichen haben wir zudem angefangen Geschichten für eine Foto-Love-Story zu schreiben. Eine dieser Geschichten ist inzwischen soweit fortgeschritten, dass wir sie fotographiert, ausgedruckt und beschriftet haben und jetzt nur noch für eine kleine Ausstellung alles aufhängen müssen.
Begeisterung und Wirbel sind am Anfang jeder Aktion und jeder Stunde groß. Alle tragen sich in die (obligatorischen – gegrüßt sei die bosnische Bürokratie) Listen ein und springen uns jubelnd und küssend um den Hals. Das ist wunderschön, beglückend und der größe Lohn für unseren Aufenthalt hier. Aber spätestens nach einer halbe Stunde ist der halbe Kurs auch wieder verschwunden, kasperlt herum, möchte nur noch zusehen oder muss den letzten Bus nach Hause nehmen – nur um dann nach zehn Minuten aus dem Nichts wieder aufzutauchen.
Es läuft immer anders ab, jedes Mal, und man braucht sich nicht zu wünschen, dass man irgendwann in soetwas wie einen Alltagstrott verfallen kann. Denn – wie mein Papa so schön sagt: Erstens kommt es anders – und zweitens als man denkt. Aber schön ist es allemal!
charlie
2 Comments:
Du hast ja ganz schön schüchterne Freunde. Kaum einer hinterlässt Dir ein Kommentar, obwohl Du Dir das ja so wünscht und wir im Grunde auch alle an Dich denken und Dich langsam wieder in Deutschland sehen wollen.
Ich weiß ja gar nicht mehr, wem ich die Geschichten aus meinem verflixten Leben erzählen soll....
Wünsche Dir trotzdem noch einige erfahrungsreiche Tage und freue mich auf Weihnachten...
Manolo
Ok... mein längst überfälliger Kommentar:-(den ich eigentlich schon vor Monaten geschrieben hab, aber das Internet hat einfach so lange gebraucht bis er erschienen ist;-)) Also: Komm wieder heim Honey (vielleicht findest du den kleinen Zoko ja doch wieder-er is einfach zu süß...ich würd ganz oft mit ihm spazieren gehen...aber am süßesten bist eh du und ich vermiss dich und deine originellen Ideen( z.B wie zerkleinere ich Hasselnüsse;-))
Küßchen Julia
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