Polizei, Ämter und sonstige Insitutionen

Heut hat mich die Polizei also schon wieder angehalten. Ich bin es zwar inzwischen gewöhnt, auf dem 45 km langen Weg von unserem zentralen Büro in Tuzla bis zum Jugendzentren in Krizevici auf 5 bis 20 Polizeistreifen zu treffen, aber nachdem ich bereits gestern abend angehalten wurde (und wir konnten uns nur retten, weil wir sagten, dass wir den ganzen Tag gefastet haben und einfach schnell nach Hause wollen), müssen die mich heute schon wieder rauswinken. Naja OK, kann ja nix passieren, da ich ja auch nich schnell gefahren bin. Dann hab ich brav meinen Führerschein, Fahrzeugschein und Versicherungsschein vorgezeigt und dazu diesen furchtbaren Fahrtenschreiber, also einen Block, bei dem man vor und nach jeder Fahrt genau Kilometerstand, Fahrtroute und Anzahl der beförderten Personen eintragen muss. Da sage mal einer, in Deutschland wären wir Bürokraten: Willkommen in Bosnien-Herzegowina. Jedenfalls meinte der Oberinspektor (denn es war ja keine gewöhnliche Streife, sondern eine Routinekontrolle vom Polizeiinspektor), dass ich von unserer Organisation noch einen Vertrag brauche, der mir bestätigt, dass ich als Ausländer das Auto der Organisation fahren darf. Und ausserdem müsste an Fahrer- und Beifahrertür neben der Adresse der Organisation auch der Name des Fahrers stehen. Also das kann ich mir überhaupt nich vorstellen. Dass der VW-Bus da mit meinem Namen durch Bosnien fährt....Am besten war eigentlich der Kommentar vom Stellvertreter des Oberinspektoren: «Stell ihm ne Strafe aus, die würden uns in Deutschland auch bestrafen». Das war schon hart.
Aber es kann auch genau andersrum laufen. Letztens warn wir auf dem Meldeamt. Normalerweise kostet es ne Unmenge Geld, sich hier anzumelden. Aber da wir mit unserem Vermieter Nermin da waren, dessen Cousin der Sachbearbeiter ist, wurde das alles unter der Hand erledigt und wir haben 1 statt 50 Mark bezahlt. Da sage mal einer, dass sich Beziehungen nich auszahlen. Die Leute vom Amt waren total nett und wollten auch wissen, wo wir herkommen und was wir so denken. Da meinten wir, dass was uns am meisten auffällt, ist eigentlich, dass es in dem Büro, wo mindestens 3 Leute arbeiteten, kein Computer stand. Sowas is in Deutschland mittlerweile undenkbar.
Euer Lars
9 Comments:
mein geliebter "wilder" osten. ich bin seeeeeeehr neidisch!!!! und das mit den polizeistreifen ahette dir in moskau ja auch jederzeit passieren koennen. und die vorstellung, dass da ein auto mit deinem naemn drauf durch bosnien rollt, find ich schon amuesant.
Hey, Lars!
Das klingt ja nach nem guten Abenteuer! Wie bist Du denn auf diese Idee gekommen? Und, was mich auch interessiert, macht Ihr das ehrenamtlich? Bin jedenfalls interessiert an neuen Berichten! Braucht Ihr noch Hilfe da drüben? Hab gerade nichts zu tun....
Alles Gute!
marco
Larsi,
schee geschrieben. Ich sehe doch, dass das blankenbergerisch hier und da mal wieder durchkommt, prima. Sehen uns Weihnachten :-).
Freu mich schon auf Deine Berichte.
Deine Frieda
Servus Lars,
hab mich köstlich über Eure bisherigen Erlebnisse amüsiert und hoffe, mehr von Euch und Euren Erfahrungen mitzubekommen. LG von der "Emerald Isle". Katrin
Mit der dortigen Polizei kannst du ja deine internationalen Polizei-Erfahrungen erweitern. Also Vorsicht bei unklaren Fahrzeug-Besitzverhältnissen, gänsemordenden Hunden und liegengelassenen T-Shirts!
Jungs in Uniform haben eben einfach eine gewisse Anziehungskraft! Und ich weiß was ich schreibe :o)
Hallo Lars,
ich danke für Deinen Hinweis auf die website. Interessant sind die Schilderungen des Alltags in einem anderen Europa, und das Ziel des Einsatzes ist lobenswert. In welchen Himmelsrichtungen und Tätigkeiten (in und ausserhalb Thüringens) willst Du denn noch tätig werden? Und Marketing ist, wenn man seinen Namen zur Marke macht und die Marke vermarktet. Der Anfang ist doch gemacht, wenn ein Auto mit Deinem Namen unterwegs ist.
Es grüsst Wilfried aus dem brandenburgischen Zühlsdorf
Buenas...!
Schau an, auch die alten compañeros aus Barna vergessen dich nich(t). Als erstes muss ich sagen, dass eure Seite toll und sehr spannend ist. Ungewoehnlich ist das alles jedoch nicht, wenn man dich und deine Abenteuer kennt bzw. schon selbst daran teilgenommen hat. Spannt uns also nicht so lange auf die Folter, wir warten auf neue Geschichten aus dem wilden Suedosten Europas!
p.s.: Natürlich komme ich (als alter Deutschlehrer) nicht daran vorbei, das stets fehlende (t) bei dem Wörtchen "nicht" zu kritisieren. Denke dabei bitte auch mal an deine Mutter!
Alles Liebe * DEIN M I K E .
Soll ich Euch ein paar Namensschildchen runterschicken?
Andreas aus Münschen
...die Polizei, unser Freund und Helfer! Hier in Mexiko sind die auch ganz nett... die halten dich ohne Grund an (den erfinden sie) und wollen dann mit den Worten :"Oh, das wird teuer!" gleich das ganze Auto mitnehmen. Mit 50Dollar lassen sie sich dann doch "breitschlagen" und 'ne Quittung gibt's natuerlich nicht! Gruss und Kuss, Sandra.
Post a Comment
<< Home